Privatheit und Freiheit

privatheitundfreiheit2015

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Das Private erscheint im gegenwärtigen öffentlichen Diskurs als bedrohte Sphäre: Staatliche und wirtschaftliche Akteure, so die Diagnose, sammeln auf immer exzessivere Weise persönliche Lebensdaten und Personen geben diese Informationen immer offener Preis. Doch was erscheint uns am Privaten eigentlich schützenswert? Und wie schützen wir das, was wir Privatheit nennen?

Ziel des von der Volkswagenstiftung geförderten Projekts Strukturwandel des Privaten ist es, mit Informatik, Politik-, Rechts- und Medienwissenschaft vier zentrale Disziplinen zusammenzuführen, die mit der Reflexion um Bedeutung, Wert und Grenzen des Privaten befasst sind. Interdisziplinär soll dabei das Bedingungsverhältnis von Privatheit, Freiheit und Demokratie im Zusammenwirken mit informationstechnischen Entwicklungen untersucht werden.

Die Konferenz Privatheit und Freiheit ist dem ersten von drei Projektschwerpunkten (Freiheit, Demokratie, Informationsgesellschaft) gewidmet und legt einen Fokus auf die Frage nach dem in verschiedenen Privatheitskonzeptionen implizierten Freiheitsverständnis. Damit soll eine vorwiegend individualistische Perspektive auf Freiheitsspielräume herausgefordert und eine veränderte Perspektive eröffnet werden, die stärker auf den gesellschaftlichen Wert des Privaten gerichtet ist.

Was heißt es, Privatheit als einen Grundwert liberal-demokratischer Gesellschaften zu betrachten? Macht es Sinn, ein „right to privacy“ als einen vorgängigen Anspruch gegen andere zu verstehen, sein Leben gemäß eigener Gründe zu leben? Oder sollten wir Privatheit eher als Anspruch begreifen, diejenigen sozialen Praktiken und Beziehungen, die „Integrität von Kontexten“ (Helen Nissenbaum) zu schützen, in denen die Ausübung individueller Freiheit überhaupt erst Bedeutung gewinnt? Welche Herausforderungen stellen sich medial, politisch, juristisch und informationell vor dem Hintergrund der aktuellen technischen Transformationen?

Programm

4. Mai

13:00 | Welcome & Reception

13:30 | Political Science Perspective

Which Freedom? Which Privacy?

Moderation: Carlos Becker

Prof. Bert van den Brink (Utrecht)

Prof. Sandra Seubert (Frankfurt)

Dr. Dorota Mokrosinska (Frankfurt)

Dr. Andrew Roberts (Melbourne)

16:15 | Communication Science Perspective

Dynamics of disclosure and
Privacy behavior

Moderation: Prof. Sabine Trepte 

Dr. Laura Brandimarte (Pittsburgh)

Prof. Sven Jöckel (Erfurt)

Dr. Sören Preibusch (Berlin)

Dr. Christian Matt (München)

20:00 | Keynote 

Democratic Privacy: Relating
equality and liberty

Prof. Annabelle Lever (Geneva)
5. Mai

09:00 | Information Science Perspective

What is Privacy from the
Informatics point of view 

Moderation: Prof. Rüdiger Grimm 

Prof. Stefan Katzenbeisser (Darmstadt)

Prof. Simone Fischer-Hübner (Karlstad)

Dr. Roger Clarke (Canberra)

11:45 | Legal Science Perspective 

E-Privacy as Freedom from or
through the State?

Moderation: Prof. Christoph Gusy 

Dr. Johannes Eichenhofer (Bielefeld)

Dr. Philipp Richter (Kassel)

Prof. Gerrit Hornung (Passau)

14:30 | Interdisciplinary Roundtable

The Future of Privacy

Moderation: Prof. Sandra Seubert

Synthese: Stephan Dreier (Hamburg)

Anmeldungen bis zum 15. April 2015 unter: 
konferenz@strukturwandeldesprivaten.de